Über 100 Jahre Ringkampfsport in Luckenwalde

Athleten Club Adler

Athleten Club Adler

Der Ringkampfsport gehört zu den ältesten Sportarten  überhaupt. Die Wurzeln des Ringens reichen weit in die Vorgeschichte. Man darf annehmen, daß bereits eiszeitliche Jäger Kraft und Geschick im kämpferischen Stil erprobten. Alle urtümlichen Gesellschaften kennen eine Form des Ringens, zumeist als rituelles Spiel bei Festen oder Feiern. Deutschland erlebte Mitte des 19. Jahrhunderts ein erneutes Aufblühen des Ringkampfsports.

Friedrich Jahn, Vieth und Basedow gehörten zu den neuzeitlichen Gründern des Ringkampfsports. Motiv für Vereinsgründungen waren oft sensationelle Leistungen, die förmlich eine Nachbahnung herausforderten. So bestach um 1880 der Hamburger Zimmermann Carl Abs mit seinen Kraftleistungen und seiner Ringkunst. Durch seinen Sieg über den Amerikaner William Muldoon in New York erwarb er sich inoffiziell den Titel eines Weltmeisters. Seine Leistungen beflügelten Ringerenthusiasten in ganz Mitteleuropa.

Der Berliner Goldschmied Carl Schuhmann (1869-1949) gewann bei den 1. Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen die Goldmedaille im Ringen. Damals wurde der Ringkampf ohne jegliche Gewichtsklasseneinteilung ausgetragen. Trotzdem gewann mit Schumnann der mit Abstand kleinste (1,63 m groß) und leichteste. Der Ringkampf wurde im klassischen Stil auf einem abgesteckten Sandplatz im Panatheaischen Stadion ausgetragen. Carl Schuhmann gewann bei diser Olympiade auch noch drei Goldmedaillien im Turnen und startete außerdem in der Leichtathletik. Diese Wiedererweckung der Olympischen Spiele gab dem Sportgedanken überall Auftrieb.

1897 trat im Luckenwalder "Tivoli" Jahn Pohl, genannt Abs 2", auf und forderte starke Männer aus Luckenwalde zum Zweikampf heraus. Am 11. Oktober 1897 fand im Restaurant "Braband" (Neue-Friedrich-Str.) die Gründungsversammlung des 1. Luckenwalder Athletenclubs "Adler 1897" statt. Zu den Gründern des Athletenclubs zählte Karl Papritz. Noch im gleichen Jahr schloß sich Adolf Schollbach (Gärtnerei) dem Verein an. Karl Papritz, Adolf Schollbach, Ewald Schneider und Adolf Frank beeinflußten über viele Jahre die Entwicklung des Ringkampfsports in Luckenwalde. Als Trainingsstätte dient das Lokal "Querhammel" in der Treuenbrietzer Straße. Trainiert wurde auf blanken Fußboden. Die erste Matte kauften sich die Sportler für 200,- Mark. Für die Wettkämpfe gab es keine Gewichtsklassen, aber Leistungsklassen. Jeder Ringer begann in der 4. Leistungsklasse und stieg mit einem Turniersieg in die 3. Leistungsklasse bzw. folgend in die 2. und 1. auf.

Erinnerungen an die 20er Jahre von Links: Detzel, Buner, Schadt, Schollbach, Mehner

Erinnerungen an die 20er Jahre von Links: Detzel, Buner, Schadt, Schollbach, Mehner

1898 trat der Kraftsportverein dem Mitteldeutschen Athletik-Verband in Halle bei. Max Schneider erkämpfte bei den Mitteldeutschen Meisterschaften 1899 die Goldmedaille für Luckenwalde. In den späteren Jahren startet er als Berufsringer und erkämpft mehrfach den Titel eines Europameisters. Gearg Kralisch trat 1912 dem Ringerverein "Adler 1897" bei. Er zählte zum Stamm der 1. Mannschaft und fungierte gleichfalls seit 1922 als technischer Leiter. Nach 1945 nahm er sich der Jugend an. Zwei von ihm geförderte Ringer waren Kurt Spieler und Peter Tommys. In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts kam es zu Absplitterungen im Gründungsverein und damit zur Bildung neuer Vereine wie "Germania" und "Eiche".
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