Sonntag, 01.02.09
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Dieser Artikel wurde von Manfred Jura geschrieben und 32023 mal gelesen.
LSC – Ringer gewinnen den Kampf, aber nicht den Titel
21:19 – Erfolg vor großer Kulisse reicht gegen Köllerbach wieder nicht aus

Luckenwalde. Optimisten meinten, der Rückstand von sieben Punkten sei aufholbar. Damit hätte der 1. LSC nach 2006 wieder den Siegerpokal der Ringermeisterschaft erkämpfen können. Nach zwei Titeln in Folge wussten die Saarländer aber auch, wie sie ihren wertvollen Vorsprung verteidigen können. Das zeigte sie bereits an der Waage. Der Ex – Luckenwalder Venelin Venkov, der dem LSC mehrmals in entscheidenden Kämpfen nicht zur Verfügung stand, wollte eigentlich nach seinem Auftritt in Völklingen im Limit bis 60 kg nicht mehr runter in die Klasse bis 55 kg. Er wurde, egal wie, mobilisiert, machte Gewicht und ging mit 54,9 kg über die Waage. Damit hat der Titelverteidiger eine wesentliche Lücke geschlossen. Anders Rönningen konnte dem Vizeeuropameister Venkov nur wenig entgegen setzen und verlor mit 0:10 Punkten, gab also drei Mannschaftspunkte ab. Die Aufholjagd wurde verschoben.



Dann aber jubelten die LSC – Anhänger. Nik Matuhin ging gegen den favorisierten bulgarischen Vizemeister dieses Jahres Dimitar Kumchev mit 2:0 nach Runden in Führung. Dann aber schwächelte der junge Mann vom LSC. Kumchev glich zum 2:2 aus. Ungeheuerer Jubel auf den Rängen als Matuhin mit einer herrlichen Dreierwertung aus einem 1:2 das siegbringende 4:2 machte. Im Freistil bis 60 kg trafen zwei Welten aufeinander. Der Olympiadritte der Spiele von Seoul (1988) Vladimir Togusov traf auf den Bronzemedaillengewinner der Spiele von 2008 Radoslaw Velikov. Es gehört zu den wenigen Wundern der Liga, dass ein 42 – Jähriger das Niveau so mitbestimmen kann, wie Togusov. Velikov ging konzentriert zu Werke und siege mit 3:0.



Ivan Nemeth hatte die Order, den Kampf gegen den Nachwuchsathleten Kevin Arend möglichst schnell, und wenn es geht, mit einem Schultersieg zu beenden. In der dritten Runde kam durch den Mattenleiter Claudio Bibbo der Schlag auf die Matte als Zeichen für den Schultersieg. Wie im Hinkampf, so auch im Rückkampf war das Kampfgericht, diesmal mit Mattenpräsident Antonio Silvestri (Württemberg), Mattenleiter Claudio Bibbo (Südbaden) und Michael Faller (NRW) dem Rumänen Eusebiu Diaconu nicht wohl gesonnen. Da gab es für einen lupenreinen Wurf aus dem Stand, der dem Köllerbacher Timo Badusch die gefährliche Lage brachte, statt der verdienten Drei nur eine Eins. Am Ende setzte sich Diaconu aber mit 3:0 durch. Der LSC hatte zur Halbzeit den Rückstand aufgeholt, die Luckenwalder führten mit 13:5.



Die zweite Abteilung musste die Entscheidung bringen. Im Freistil bis 84 kg sah es zunächst sehr gut aus. Norman Pickut führte mit 2:0 – Runde. Er musste sich aber den Ausgleich gefallen lassen. In der fünften Runde gab es nach den zwei Minuten ein 0:0. Pickut hatte den Vorteil des Zugriffs erhalten. Es sah schon nach einer Niederlage aus, als Pickut buchstäblich in letzter Sekunde ein Zwei holte und mit 3:2 siegte. Dann folgte ein Schlüsselkampf. Serafim Barzakow blieb zwar für eine Woche in Luckenwalde und wollte sich in Ruhe auf den entscheidenden Kampf gegen seinen Bezwinger aus Völklingen Ismail Redzhep vorbereiten. Da machte aber der Bazillus ihm einen Strich durch die Rechnung. Diplommediziner Arne Seemann machte ihn aber mit seiner „Kunst“ kampffähig. Barzakow gewann die ersten beiden Runden. Dann gab er eine Runde mit 0:2 ab. In der vierten Runde ging „Finka“, wie seine Freunde den Bulgaren nennen, 14 Sekunden vor dem Ende mit 1:0 in Führung. Der Versuch, einen weiteren Punkt zu machen wurde vom Kampfgericht unterbrochen. Der Köllerbacher erreichte den Ausgleich und gewann diese Runde. Da waren die knappen Reserven des Ex – Weltmeisters aufgebraucht. Redzhep gewann mit 3:2, Köllerbach verkürzte auf 10:18.



„Wo liegt die Ursache dafür, dass Köllerbach dem LSC nicht liegt?“ fragte der Reporter des Saarländischen Rundfunks LSC – Trainer Heiko Röll. Im Kampf der Klassiker bis 84 kg lag eine Antwort. Die Spitzen der Luckenwalder stechen nicht gegen Köllerbach. Mark O. Madsen, der Vizeweltmeister der Klasse bis 74 kg, hat gegen den gestandenen Mann der Klasse bis 84 kg keine Chance. Madsen holte in 13 – Kämpfen der Punkterunde immer einen Vierer. Nur gegen den Bulgaren Marinov vom TRV Berlin gab es einen 3:1 – Erfolg. Gegen Jan Fischer gelang dem Dänen in beiden Kämpfen kein einziger Rundenerfolg. Der LSC führte noch mit 18:13.



Alexej Gloushkov gab seine Abschiedsvorstellung für den LSC. Gegen Konstantin Schneider gab es einen spannungsgeladenen Kampf auf Biegen und Brechen. Schneider, der vom vielen Gewichtmachen in der Saison doch sichtlich gezeichnet war, gewann zwei Runden, der Sieg ging aber mit 3:2 an „Alex“.


Nach 37 Kämpfen und 35 Siegen geht eine Legende von der Matte. Die eine Niederlage gab es durch Verletzung im Limit bis 84 kg, damals gegen den Rostocker Madsen, die zweite im Hinkampf in Völklingen. Noch führte der LSC mit 21:15. Eine Wunder hätte es noch richten Können. Das Wunder fiel aus. Felix Menzel gab sich viel Mühe, erkämpfte auch zwei Zähler, der Sieg ging aber mit 17:2 an den aus der Ukraine stammenden zweifachen deutschen Meister Andrij Shyyka.



Der LSC gewann mit 21:19, konnte den Rückstand nicht aufholen. Nun mag es Enttäuschungen geben, am Ende kann festgestellt werden, dass die Luckenwalder in den vergangenen fünf Jahren einmal Meister wurden und viermal den Silberrang erkämpften. Das ist nun einmal nicht wenig. Als am Anfang der Saison darüber debattiert wurde, ob sich der LSC eventuell aus dem Bundesligaalltag zurückziehen werde, hingen dunkle Wolken am sonst so klaren LSC – Himmel. Am Ende wurde es der Vizetitel, darüber kann man sich freuen. Ursachen fürs erneute Scheitern am KSV Köllerbach müssen nun in Ruhe gesucht werden. Da gibt es sicherlich einiges. Das werden die Verantwortlichen finden. Vielleicht gibt es eine weitere Chance.


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