Montag, 26.09.22
Mädchen/Frauen | Zurck Zurück
Dieser Artikel wurde von Steven Müller geschrieben und 1474 mal gelesen.
Deutsche Meisterschaften der weiblichen B-Jugend
Luckenwalder Ringermädels mit bärenstarkem Auftritt

Vom 23. - 24.09. wurden im nordrhein-westfälischem Dormagen die deutschen Meisterschaften der A- und B- Jugend im weiblichen Ringkampf durch den AC Ückerath ausgetragen. Mit 5 aktiven Sportlerinnen, dem Trainer Steven Müller sowie mehreren mitfiebernden Elternteilen und Vereinsanhängern begab sich am Freitagmorgen um 07.30 Uhr eine 18-köpfige Besatzung auf den Weg. Nach Zusammenkunft mit der Delegation aus Frankfurt (Oder) im nahen Genshagen ging die Reise weiter in großer Kolonne in Richtung Ruhrgebiet.

Aufgrund des noch großen, offenen Zeitfensters wurde zuerst das Hotel angesteuert. Nach erfolgreichem Check-In und dem ersten Probewiegen ging es in die Halle des TSV Bayer Dormagen. Nach dem Wiegen standen für unsere Mädels folgende Gewichtsklassen fest:

1. Kimberly Zimdahl 35 kg
2. Nelly Zierenberg 38 kg
3. Alischa Günther 47 kg
4. Anna Kinas 66 kg
5. Lea-Sophie Preußler 66 kg

Nach der Waage wurden, wie bei deutschen Meisterschaften üblich, die ersten Kämpfe ausgetragen. Aufgrund der geringeren Teilnehmerzahlen in den Gewichtsklassen unserer kleinsten, Kimmy, und unseren größten, Lea und Anna, traten für den 1.LSC am Freitagabend nur Alischa und Nelly Ihre ersten Kämpfe an. Während Nelly nach kämpferisch starker Leistung einen noch vor wenigen Wochen viel knapperen Kampf souverän mit 6:1 für sich entschied, machte Alischa mit Ihrer Gegnerin kurzen Prozess und legte diese auf beide Schultern.

Also ein sehr gelungener Start für die Luckenwalder Delegation, die sich gemeinsam mit den Frankfurtern danach auf den Weg in die Unterkunft machte.

Am Samstagmorgen klingelte in den Zimmern der Unterkunft um 06.30 Uhr der Wecker. Es wurden Taschen gepackt, Zöpfe geflochten und Brote für das spätere Frühstück geschmiert. Grund für die Verzögerung des Frühstücks ist die Regel, dass bei deutschen Meisterschaften die Teilnehmerinnen an beiden Turniertagen ihr Wettkampfgewicht nachweisen müssen. So also ging es am Samstagmorgen ebenfalls nochmals über die Waage. Alischa, die auf 47 kg Gewicht gemacht hatte, wäre diese Regelung fast zum Verhängnis geworden. Nach halbstündigem, intensiven Bewegungstraining unter Anleitung von Lehrertrainer Felix Thätner (FFO) und Steven Müller zeigte die Waage zum Wiegeschluss um 08.30 Uhr 47,0 kg - durchatmen!

Somit konnte der Turniertag beginnen. Die Mädels nahmen ihr Frühstück zu sich und stellten sich danach der gemeinschaftlichen Erwärmung der Brandenburger Delegation. Aufgewärmt und motiviert ging es nun in die nächsten Kämpfe.

Kimberly Zimdahl, die seit Beginn diesen Schuljahres die Luckenwalder sportbetonte Oberschule besucht, musste es mit 3 Kontrahentinnen aufnehmen. Kimmy zeigte sich in allen 3 Kämpfen kämpferisch stark, jedoch fehlte es ihr in den entscheidenen Situationen an Achtsamkeit und Erfahrung. Sie verlor ihre 3 Kämpfe, kommt aber dennoch erhobenen Hauptes, dem vierten Platz und einer Menge Erfahrungswerten mit nachhause.

Unser zweites Luckenwalder Eigengewächs, Nelly Zierenberg, die in der 38 kg Klasse an den Start ging, hatte wie bereits erwähnt, am Freitagabend den ersten Sieg für sich einfahren können. Der Start in den zweiten Tag verlief leider nicht so reibungslos. Den ersten Kampf verlor Nelly gegen die spätere deutsche Meisterin relativ schnell auf Schultern. Nelly zeigte sich jedoch von dieser Niederlage unbeeindruckt und kam im dritten Kampf ihres Turnierverlaufes auf Touren. Sie schulterte hier ihr Kontrahentin binnen weniger Sekunden. Der vierte Kampf sollte der schwierigste für unsere noch junge Starterin werden. Mit Viktoria Reim stand ihr eine ebenbürtige Kontrahentin aus Südbaden gegenüber. In einem Duell, in dem es hin und her ging und über die vollen 4 Minuten auf Augenhöhe begangen wurde, blieb für Nelly nach starkem & aufopferungsvollem Kampf nur eine 6:5 Niederlage. Eine nicht so einfach zu verarbeitende Erfahrung, die jedoch früher oder später im Leben einer Sportlerin gemacht werden muss und aus der Nelly mit Sicherheit lernen wird. Nach aufbauenden Worten seitens des Trainers, der Mama und den Betreuern ging es für Nelly in den letzten, über Bronze entscheidenen Kampf. Nelly zeigte auch hier nach einer Niederlage die richtige Reaktion, wehrte alle Angriffe ihrer Gegnerin zu ihren eigenen Gunsten ab und konnte so den Kampf mit 6:2 für sich entscheiden. Damit sicherte sie sich die erste Bronzemedaille bei deutschen Meisterschaften in ihrer noch jungen Laufbahn. Auf das noch viele weitere folgen mögen!

Unser nächste Luckenwalderin, Alischa Günther, ging nach Abnehmmarathon am Samstagmorgen ebenfalls direkt in der ersten Runde auf die Matte und machte genau dort weiter, wo sie am Vorabend aufgehört hatte. Sie zeigte sich kämpferisch und auch technisch stark und war ihrer Gegnerin nicht nur im Kampfergebnis letzten Endes überlegen. Nach zwei absolvierten Runden trennte sich in Alischas Pool die Spreu vom Weizen. Es waren neben ihr nur noch zwei Kontrahentinnen im Kampf um den ersten Platz im Pool im Rennen, der das Finalticket bedeutet. Leider verlor Alischa ab dem dritten Kampf Ihre Linie, war weniger Kampfesfreudig und technisch nicht mehr so versiert unterwegs, wie man es normalerweise von ihr gewohnt ist. Vielleicht ist dieser Umstand auch etwas der Gewichtsabnahme zuzuschreiben, die Alischa hinter sich hatte. Sie verlor den dritten Kampf nach vollen 4 Minuten Kampfzeit mit 4:10. Somit gab es für Alischa nur noch die Chance, in ihrem Pool den zweiten Platz zu belegen, um somit im kleinen Finale um Bronze nach Edelmetall greifen zu können. Dafür musste Alischa aber erstmal den Kampf gegen eine Kontrahentin von der Sportschule in Frankfurt (Oder) siegreich gestalten. Wie auch bereits im Kampf zuvor zeigte Alischa jedoch ein nicht gewohntes Bild: wenig kämpferisch, fast müde wirkte sie auf der Matte. Aufgrund dieser Umstände verlor sie auch diesen Kampf, diesmal gar vorzeitig auf Schultern.
Somit blieb für Alischa nur der Kampf um Platz 5. Hier zeigte sie sich plötzlich wieder erstarkt, fit und siegeswillig. Fast spielerisch nahm sie Ihrer Gegnerin die Wertungen ab und gestaltete den Kampfverlauf überzeugen und letzten Endes mit 13:0 Wertungspunkten für sich. Vom Gesamtergebnis ist der 5. Platz für Alischa, die ebenfalls ihre erste deutsche Meisterschaft gerungen hatte, ein Erfolg. Dennoch wäre in Anbetracht der Umstände sicherlich auch etwas mehr drin gewesen. Ihr erstes Edelmetall kann sich Alischa dann hoffentlich im nächsten Jahr abholen.

Kommen wir nun zu unseren beiden Größten. Anna Kinas, die ebenfalls aus der Luckenwalder Talentschmiede den Weg an die Sportschule Luckenwaldes fand, stand mit Lea-Sophie Preußler, die vom SAV Torgelow an unsere Sportschule kam und das hiesige Internat bewohnt, in der selben Gewichtsklasse. Darüber hinaus sogar in selben Pool. Und wäre das nicht schon genug, durften die Beiden auch direkt ihren ersten Kampf gegeneinander austragen. In einem ruhig geführten Kampf machten die beiden Mädels die Siegerin unter sich aus - Lea, die bereits im zweiten Jahr in der B-Jugend aktiv ist, sicherte sich gegen Anna einen ungefährdeten 5:2 Erfolg. Im weiteren Turnierverlauf setzen sich Lea und auch Anna in ihren nächsten Kämpfen per Schultersieg gegen Ihre Kontrahentinnen durch. Aufgrund des Ausscheidens durch 2 Niederlagen der 4 Ringerin im Pool von Anna und Lea war die Finalteilnahme von Lea bereits jetzt gesichert. Anna musste noch einmal ran - mit einen Sieg wäre der Kampf um Platz 3 möglich gewesen. Leider zeigte sich Anna in Ihren Situationen zu vorsichtig und konnte ihre starken Trainingsleistungen nicht vollständig abrufen. Sie scheiterte gegen ihre Berliner Kontrahentin mit 9:2 Wertungspunkten. Somit blieb für Anna das Duell um Platz 5. In einem hart umgekämpften Duell, ging es auf und ab. Lag Anna zur Halbzeit noch mit 6:0 zurück, holte sie im zweiten Durchgang rasant schnell wieder auf, um danach wieder etwas zurückzufallen. Letzten Endes fehlte es Anna auch hier an Selbstbewusstsein, die entscheidenen Angriffe richtig zu setzen, um sich so in eine bessere Ausgangslage stellen zu können. Dennoch können alle Beteiligten mit dem 6. Platz durchaus zufrieden sein.

Pünktlich um 16 Uhr ging es für unsere Finalistin Lea zum Einmarsch - der letzte Kampf des Turniertages sollte es werden. Lea war zur Beginn des Kampfes bestimmend, konnte sich nach einem Abreißer die ersten Wertungspunkte sicher. Im weitere Kampfverlauf verlor sie den eigentlich so gut funktionierenden und einstudierten Technikablauf des Abreißens mit anschließenden ablaufen ein wenig aus den Augen und ließ ihre Kontrahentin immer mehr ins Kampfgeschehen kommen. Zur Halbzeit stand es bereits 6:2 gegen Lea. Leider fand Lea auch in der zweiten Runde nicht mehr zur Ihrer anfänglichen Form zurück und musste sich 12:2 geschlagen geben. Dennoch - eine starke Leistung, die mit der Silbermedaille belohnt wurde. Wir sind stolz auf dich.

Der Trainer der Mädels, Steven Müller, zeigte sich nach dem Turnier sehr zufrieden, auch wenn die ein oder andere Starterin am Ende nicht das Optimale herausholen konnte, war es doch für fast alle die erste deutsche Meisterschaft. Das zeigt auch das Endergebnis der Vereinswertung bei der der 1.LSC im gesamtdeutschen Vergleich unter 39 Vereinen den 5. Platz belegt.

Die erzielten Ergebnisse zeigen, dass unsere Mädels die aus der Talentschmiede aus Luckenwalde entspringen, auf nationaler Ebene vorne mitringen können. Dies ist auch ein Verdienst der Nachwuchstrainer Annika Grüßner und Ulrich Franke, die hier ebenfalls lobend erwähnt werden müssen.

Wir dürfen also durchaus gespannt sein, was wir in den nächsten Jahren noch von unseren Ringermädels hören können.

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