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1. Luckenwalder Sportclub

Mit dem 30:5 lösten die LSC - Ringer den Serienmeister VfK Schifferstadt ab

Fans, Ringer und die Gegner aus Hallbergmoos feierten gemeinsam den Meistertitel
Alexej Gloushkov zeigte sich gegen den jungen Andreas Meckl voll konzetriert und siegte durch technische Überlegenheit.
Alexej Gloushkov zeigte sich gegen den jungen Andreas Meckl voll konzetriert und siegte durch technische Überlegenheit.
Dienstag, 07.03.06
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Bundesliga

Luckenwalde. Der SV Siegried Hallbergmoos hatte mit dem Erreichen des Finales eigentlich seine Aufgaben erfüllt. Nach einigen Unkenrufen im Internet dachte man schon, sie würden fast auf den Rückkampf verzichten. Da hatten fünf Ringer bei einer Fahrt zum Training einen schweren Autounfall, einige Ausländer mussten mit ihren Nationalteams zu Lehrgängen in Vorbereitung auf die Europameisterschaften. Es ist hoch zu würdigen, dass Trainer Sepp Fritsch noch eine Mannschaft zusammenbekam, die den 1500 Zuschauern in der Fläminghalle einen unterhaltsamen Ringerabend bot.

Mit dem klaren 22:13 in Hallbergmoos hatten die LSC - Ringer bereits Kurs auf den Mannschaftsmeistertitel genommen. Im Vorjahr hatte der damalige Manager Fred Hempel auch schon Sporthemden mit der Aufschrift „Deutscher Mannschaftsmeister“, musste diese aber in seinem Auto stecken lassen. Diesmal war man auch vorbereitet. Es wurde ausgerechnet, ab welchem Punktestand der Meistertitel sicher war. Beim Wiegen fehlte dann wie erwartet der Gegner von Sven Thiele. Mindaugas Mizgaitis musste nach dem Autounfall zur Operation.

Venelin Venkov - Thomas Sedlmeier 0:4 Im klassischen Stil bis 55 kg zeigte sich gleich aus welchem Holz die Bayern geschnitzt sind. Obwohl recht jung an Jahren, ist Thomas Sedlmeier ein ausgefuchstes Schlitzohr. Sein Gespür für eine Chance ist sehr stark ausgeprägt. Da gewinnt Venelin Venkov die erste Runde sicher mit 7:1 Punkten. Im zweiten Abschnitt wollte der Bulgare dem Publikum zeigen, wie gut er drauf ist. Bei einem Wurf wurde er von Sedlmeier abgefangen. In einer gefährlichen Lage blieb der Kampfrichtertroika Horst Faller, Antonio Silvestri und Claudio Bibbo nichts anderes üblich, als den Schultersieg von Sedlmeier zu verkünden. Das 0:4 glich Sven Thiele gleich aus. Er hatte keinen Gegner und machte so vier Mannschaftspunkte.

Anatoli Guidea - Lernik Vanjan 3:0Die Stimmung zu Anfang war gut. Nun sollte „Anton“ Guidea das ganze noch steigern. Gegen den Aserbaidschaner Lernik Vanjan führte er nach Runden mit 2:0. Sekunden vor dem Ende der 3. Runde lag Vanjan noch mit 2:0 in Front. Guidea erwischte seinen Gegner und machte Sekunden vor dem Ende mit einem im Freistil nicht unbedingt üblichen Wurf über die Brust noch das kaum erwartete 3:2. Da sprangen, ob Promi, Fanclubmitglied, Gast oder auch nur einer, der der Meisterfeier beiwohnen wollte, auf und zollte dieser hervorragenden Leistung stehend Beifall. „Super Anton“ hallte in der voll besetzten Halle.

 Marek Svec - Kai Dittrich 3:0 Mit Kai Dittrich hatte Marek Svec im klassischen Stil bis 96 kg einen gestandenen Haudegen als Gegner. Der mit allen Wassern gewaschene mehrfache deutsche Meister hielt ordentlich gegen. Nach zwei Rundengewinnen wurde es für den Tschechen in der 3. Runde eng. Svec lag zurück, erkämpfte aber noch den Ausgleich zum 1:1, was auch den Rundengewinn bedeutete.

Dennis Nowka - Teemu Mattila 3:1 Weil Welt- und Europameister Nikolai Gergov leicht verletzt ist und der Pole Wlodzimierz Zawadzki wieder keine Ausreisegenehmigung von seinem Arbeitgeber, der polnischen Armee bekam, musste Dennis Nowka erneut im Limit bis 66 kg ran. Dass dieser Kampf gegen den Finnen Teemu Mattila einer seiner besten werden sollte, war zunächst nicht zu erahnen. Nowka hielt gegen den international gestandenen Finnen zunächst mit. Er gewann die ersten beiden Runden recht knapp. Die 3. Runde ging an den Finnen. In der 4. Runde musste beim 0:0 nach einer Minute zunächst der Finne in die Unterlage. Der LSC - Mann hob ihn aus und machte schnell hintereinander drei Zweierwertungen. Beim 6:0 war der Kampf beendet. Dennis Nowka gewann 3:1 und brachte den LSC mit 13:5 in Führung.

In der Pause zeigte sich Fußballnationalspielerin Nadina Omilade vom FFC Turbine Potsdam, die mit ihrem Trainer Bernd Schröder in der Halle weilte, vom Ringen, den Ringern und der Atmosphäre in der Halle sehr angetan.

Lazaros Loizidis - Felix Polianidis 3:0 Nach der Pause konnte Lazaros Loizidis mit einem Sieg über Felix Polianidis den Meistertitel perfekt machen. Der Grieche gewann mit 3:0, erhöhte auf 16:5 und löste im Publikum eine ungeheuere Freude aus. Der LSC stand als „Deutscher Meister“ fest. Es gab aber noch Ringen auf der Matte. Da ließ Serafim Barzakow alle Angriffe des Juniorenvizeweltmeisters Gergö Wöller ganz seicht ins Leere laufen und gewann sicher mit 3:0.

Nazmi Avluca - Kim-Jussi Nurmela 4:0 Für den verletzten EM - Dritten Adomaitis setzte Trainer Fritsch im klassischen Stil bis 84 kg gegen Nazmi Avluca seinen Punktegaranten Kim - Jussi Nurmela ein. Der Finne wurde vom Türken derart in die Mangel genommen, dass er in der 3. Runde aufgab.

Alexej Gloushkov - Andreas Meckl 4:0 Alexej Gloushkov hatte mit Andreas Meckl leichtes Spiel, so schien es zumindest. Es kann aber auch sein, der Moskauer ist derart gut drauf ist dass alles leicht und locker aussieht. Eine blutende Wunde rettete den Bayern vor der Schulterniederlage in Runde Eins. Gloushkov gewann aber mit 6:0. Er legte mit 9:0 und 7:0 nach und wurde Sieger durch technische Überlegenheit.

Krystian Brzozowski - Dominik Zeh 3:0 Krystian Brzozowski musste aus dem Aufwärmraum geholt werden, da sein Kampf gegen Dominik Zeh nun früher stattfand. Zum Gaudi ging Alexej Gloushkov nochmals auf die Matte. Mattenleiter Silvestri wollte beide Kämpfer zum Kampf auffordern, da holte Trainer Hempel seinen übermütigen Schützling wieder herunter. Brzozowski besiegte den zweifachen deutschen Meister sicher mit 3:0.

Das 30:5 spricht Bände über die Überlegenheit der LSC - Ringer in diesem Finale. Nach der Siegerehrung feierten Vizemeister und Meister richtig schön gemeinsam. Bis auf Zawadzki und Sotiriadis waren alle LSC - Athleten bei der Ehrung dabei. Besonders freute sich der 16- jährige Dustin Bartmuß über diesen Meistertitel. Auch Sven Thiele, der bereits bei drei verschiedenen Bundesligavereinen um den Meistertitel kämpfte (Witten, Goldbach, Halle) nahm erstmals die goldene Mannschaftsmedaille in Empfang.

Die Champions 2005-2006Die Feierlaune kannte keine Grenzen. Die mit reichlich Sekt befeuchtete Matte wurde zur Verletzungsgefahr.

Alle, die da unkten, der LSC würde, wie im Vorjahr in entscheidenden Momenten versagen, die irrten. Die „Meister der Herzen“ haben es geschafft. (MJ)

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